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Das Handball-Derby in der Oberliga wurde zum großen Wiedersehen

OHV Aurich II gegen die HSG Varel, das war mehr als „nur“ ein Derby. Sportliche Verknüpfungen machten das Aufeinandertreffen so attraktiv. Aber nicht nur die.

Für Varels Trainer Arek Blacha war es eine Rückkehr an alte Trainingsstätte, als er Coach des OHV war.

Volles Haus in der Ellernfeldsporthalle beim Spiel des OHV Aurich II gegen die HSG Varel. Simon Stoehr war Haupttorschütze im Auricher Team und in dieser Szene auch vom ehemaligen OHV-Spieler im Vareler Team, Niklas Bachmann, nicht zu bremsen. Fotos: Bernd Wolfenberg

Aurich - Hochbetrieb in der Ellernfeldsporthalle: Das Spiel am Sonntag in der Handball-Oberliga zwischen dem OHV Aurich II und der HSG Varel zog. Rund 150 Zuschauer sorgten für eine voll besetzte Tribüne. Es waren die besonderen sportlichen Verknüpfungen, die das Aufeinandertreffen so attraktiv machten. Hochbetrieb herrschte nach der Partie deshalb auch noch auf dem Spielfeld. Beim Wiedersehen vieler Auricher/Vareler Handballer, die sich aus gemeinsamen Drittliga-Zeiten kennen. Unter ihnen ein Großteil der aktuellen ersten Mannschaft des OHV, der zugeschaut hatte. Das Spiel selbst, das der OHV 27:37 verlor, war da wohl nur ein Randthema

Für den Vareler Trainer, Arek Blacha, war es eine Rückkehr an alte Trainingsstätte als langjähriger Coach des OHV Aurich. Er hat mit Beginn dieser Saison das Traineramt bei der HSG Varel übernommen. Sein Co-Trainer: Jochen Toepler. Ebenfalls ein Bekannter in (ost)friesischen Handballkreisen. Er hat, noch zusammen mit Blacha, für die HSG Varel in der 2. Bundesliga gespielt, 2008 seine Karriere beendet. Die Beiden mischen jetzt mit ihrer Mannschaft ganz oben in der Tabelle mit.

 

Ehemaliger OHV-Spieler Haupttorschütze der Vareler

 

Dazu gehören Spieler mit Zweit- und Drittligaerfahrung. Lukas Kalafut zm Beispiel. Der inzwischen 36-Jährige spielte zwischen 2005 und 20011 für die Vareler in der 2. Bundesliga. Oder Torwart Hendrik Legler. Mit Renke Bitter fehlte gegen den OHV verletzungsbedingt sogar noch ein Spieler aus dem außerordentlichen Kreis. Zur Vareler Mannschaft gehören zudem Spieler, die über ihre höherklassigen sportlichen Erfahrungen hinaus noch eine sportliche Vergangenheit beim OHV Aurich haben. Fynn Menne ist einer von ihnen. Er verließ den OHV Anfang der Saison 2022/23 auf eigenen Wunsch. Der andere: Niklas Bachmann. Für den Rechtsaußen bleibt seine Zeit im OHV-Team zwischen 2016 und 2018 aber auch mit Schulterverletzungen verbunden.

 

Seine Klasse bewies Bachmann am Sonntag im Vareler Team gegen den OHV II nicht nur auf der rechten Außenseite, sondern auch als Gegenstoßspezialist. Er erzielte insgesamt zehn Tore. Vom starken Auftreten der Vareler bereits im Vorfeld des Spiels, beim Einstimmen auf die Partie, zeigten sich schon körperlich unterlegene Auricher mit Anwurf unbeeindruckt. Die Vareler, unterstützt von rund 30 mitgereisten Fans, machten überfallartig Tempo. Die Auricher, die ohne Verstärkung aus dem Drittligateam und ohne den beruflich verhinderten drittligaerfahrenen Oliver Staszewski angetreten waren, gingen mit.

 

OHV ärgert die Vareler in der ersten Halbzeit

 

5:4 führten sie nach sieben Spielminuten, nutzten dann aber gleich drei dicke Torchancen nicht. Oder anderes herum: Hendrik Legler im Vareler Tor zeigte starke Paraden. Es sollten nicht seine letzten gewesen sein. In dieser wild-wirren Phase luden die Auricher den Gegner mit leichten Ballverlusten im Angriff dann auch noch zu Gegenstößen ein. Aus dem 5:4 wurde so bis zur 13. Spielminute ein 5:10. Die Auricher ließen das Spiel für die Vareler aber nicht zu einem Spaziergang werden. „Großes Lob an die Auricher Mannschaft. Die hat Bock auf Handball gehabt und uns in der ersten Halbzeit richtig geärgert“, zollte Arek Blacha dem OHV-Team anschließend Respekt.

Die zweite Halbzeit bot ein anderes Bild. Nicht, was das Engagement der Auricher betraf. Das blieb. Aber es war längst nicht mehr so viel Tempo im Spiel. Die Vareler machten den Aurichern jetzt mit ihrer kompakten, defensiv eingestellten Abwehr das Torewerfen schwer. In den ersten zehn Minuten nach Wiederbeginn gelang ihnen nur ein Tor. Das erzielte Rückraumspieler Simon Stoehr zum 15:20.

Der Rückstand des OHV wuchs auf zehn Tore. Der zog sich durch die gesamte zweite Halbzeit und hatte auch beim Endergebnis Bestand. Trotzdem war OHV-II-Trainer Sören Rossow mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden: „Grundsätzlich machen wir vieles richtig und ein echt gutes Spiel. Wir haben deutlich stärker besetzte Vareler in der ersten Halbzeit vor Aufgaben gestellt, belohnen uns aber nicht. Die Vareler nutzen unsere Fehler dann aus. Sie sind halt eine Spitzenmannschaft.“

 

OHV Aurich II – HSG Varel 27:37 (14:18)

OHV Aurich II: Ebeling, Dalhoff, Eiben; S. Stoehr (9 Tore), Lübben (2), L. Meinke, Gronau (2), Dannehl, Speckmann (2), S. Meinke (1), Bröckerhoff (3), Engelbarts (3), Eilers (5/davon 2 Siebenmeter).

HSG Varel: Legler, Suttner; Beck (7 Tore), Schildknecht (2), Zindler, Deters, Kalafut (7), Langer (1), Janßen (3), Hermann (1), Straten, Bachmann (10), Menne (2), Kamp (4).

Zeitstrafen: OHV 8 Minuten – HSG 8.

Siebenmeter: OHV 2/2 verwandelt – HSG 5/5.