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Zwischen Euphorie und Ernüchterung

OHV kassiert gegen Aufstiegskandidat TV Emsdetten hohe Niederlage – danach hatte es in der ersten Halbzeit nicht ausgesehen

Nach einer furiosen ersten Halbzeit verkaufte sich die Mannschaft des OHV (mit Ball Balazs Molnar) anschließend gegen Aufstiegskandidat TV Emsdetten unter Wert.Fotos: Bernd Wolfenberg

Die Emsdettener wurden nicht nur von mitgereisten Fans unterstützt, sondern auch von ihrem Maskottchen.

Das Ergebnis? Tabellengemäß. Mit 28:39 Toren haben die Drittliga-Handballer des OHV Aurich gegen den aufstiegsambitionierten TV Emsdetten klar verloren. Es täuscht jedoch über den Spielverlauf hinweg. Das Spiel war nicht von Anfang bis Ende eine klare Sache. Es war vielmehr ein Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten. Eins, in dem die Auricher den Favoriten zwischenzeitlich mächtig ärgerten.

Aber auch danach hatte es zunächst nicht ausgesehen. Denn die ersten Minuten waren eine Demonstration der Klasse eines Aufstiegskandidaten. Gleich mit ihrem Anwurf sorgten die Emsdettener für Aufsehen. Ihr Tor? Leer. Dafür ein siebter Feldspieler im Einsatz. Hieß: der TV Emsdetten agierte mit zwei Kreisläufern. Und kam über einen auch zum 1:0. Plus einer Zeitstrafe gegen Kevin Wendlandt nach gerade mal 51 Sekunden.

Zwar blieb der siebte Feldspieler eine einmalige Aktion der Emsdettener. Egal: Es schien, als sei der OHV für sie nicht mehr als ein Trainingspartner. Erst nach viereinhalb Minuten gelang den Aurichern durch Kreisläufer Jannes Hertlein das erste Tor. Zum 1:3. Davor hatten sie allerdings Pech, als Petar Puljic nur den Pfosten traf, sich Ryuga Fujita zwar im Nachsetzen eine zweite Chance eröffnete. Doch der Ball sprang an die Unterkante der Latte, aber nicht hinter die Torlinie.

Dazu kam, dass Puljic in der neunten Spielminute mit einer Augenverletzung ausschied. „Die Startphase der ersten Halbzeit lief für uns alles andere als gut“, sagte OHV-Co-Trainer Eric Hettmann.

8:5 führten die Gäste nach zwölf Minuten. Sieben der acht Treffer waren Feldtore. Und sie gingen auf die Konten von sieben verschiedenen Feldspielern. Mehr braucht es nicht, um die Klasse des OHV-Gegners zu unterstreichen.

Ob sich mit der Überlegenheit die Anspannung bei den Emsdettenern zu sehr legte? Jedenfalls fing sich der OHV und spielte anschließend eine furiose erste Halbzeit. Angefangen mit Paraden von Torwart Edgars Kuksa, die die Emsdettener aus der Fassung zu bringen schienen. Jedenfalls leisteten sie sich jetzt Fehler, die ihnen vorher nicht unterlaufen waren. Die Auricher hingegen spielten nun auf einer Euphoriewelle. 10:10 stand es nach einer Viertelstunde.

TV-Trainer Lennart Lingener setzte die Auszeitkarte. Wer gedacht hatte, nach diesem Ordnungsruf würden die Emsdettener zu anfangs gezeigter Stärke zurückkehren, den belehrte der OHV eines besseren. Denn der ärgerte den Favoriten weiter. Und ging mit einem 17:17 in die Halbzeitpause. „Völlig leistungsgerecht“, so Hettmann.

Mit der Pause war dann aber auch das Spiel der Auricher wie abgeschnitten. „Wir verschlafen den Start in die zweite Halbzeit komplett“, sagte OHV-Kreisläufer Jannes Hertlein. Im Gegensatz zu den Emsdettener. Aus dem 17:17 wurde aus Sicht des OHV bis zur 38. Spielminute ein 18:24. Und damit war im Prinzip der Drops gelutscht. „Wir geraten wieder in Rückstand. Und dann kommen gegen solch einen Gegner die Köpfe ins Spiel“, sagte Hettmann mit Blick auf den eindeutigen Verlauf der zweiten Halbzeit, in der der OHV chancenlos war.

Die Auricher agierten vielfach überhastet. Und das bestraften die Emsdettener in der Manier eines Aufstiegskandidaten. Einfach gnadenlos. Und das bis zum Ende. „Dann kommt so ein Ergebnis zustande“, sagte Hettmann. In der zweiten Halbzeit habe sich der OHV unter Wert verkauft. Andererseits aber sprach er den Emsdettener ein großes Kompliment aus. Mit dieser Mannschaft habe der TV in der 3. Liga eigentlich nichts zu suchen.

 

OHV Aurich – TV Emsdetten 28:39 (17:17)

OHV Aurich: Kuksa, Jungvogel; de Buhr (1 Tor), Wendlandt (3), Reshöft (3), Fujita, L. Meinke, Vorontsov, H. Stoehr (5), Engelbarts, Hertlein (3), Polishchuk (2), Molnar (2), Hegyi (1), Crnic (7/3Siebenmeter), Puljic (1).

TV Emsdetten: Vukas, Maroldt; Zobel (4), Terhaer (3), Budelmann (1), Schwabe (5), Kolk (3), Kooij (2), Thomas (1), Holzner (9/5), Jansen (4), Stefan (5), Wiencek (1), Kluwe (1), Langhans.

Zeitstrafen: OHV 14 Minuten – TV 12.

Rote Karte: Zobel (56. Spielminute, 3. Zeitstrafe).

Siebenmeter: OHV 3/3 verwandelt – TV 6/6.

Schiedsrichter: Deniz Argav/Maximilian Frankholz (Frechen/Wuppertal).

Zuschauer: 1350.

Torfolge: 0:3 (3. Spielminute), 1:5 (7.), 6:10 (13.), 10:10 (16.), 10:13 (20.), 14:16 (29.), 17:17 (30.); 18:19 (34.), 18:24 (38.), 20:28 (45.), 22:31 (49.), 25:34 (55.), 28:39 (60.).