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OHV vermasselt Auftakt in die Rückrunde

Auricher Drittliga-Handballer verlieren beim keineswegs übermächtigen TuS Spenge – dabei wäre mehr möglich gewesen

Der TuS Spenge bleibt für den OHV in dieser Saison unüberwindbar. Wie im Hinspiel (im Bild Rostyvlas Polishchuk, der im Rückspiel mit acht Treffern Haupttorschütze des OHV war) konnten sich die Auricher auch im zweiten Aufeinandertreffen nicht durchsetzen.Foto: Bernd Wolfenberg

Die Drittliga-Handballer des OHV Aurich haben den Start in die Rückrunde vermurkst. Sie verloren am Sonnabend beim TuS Spenge mit 27:31 Toren.

Beim heimstarken Tabellenvierten zu verlieren, ist auf den ersten Blick für eine Mannschaft, die vorrangig den Abstand zum Tabellenende vergrößern will, nicht überraschend. „Aber der TuS war nicht unschlagbar. Wir sind an uns selbst gescheitert“, sagte OHV-Teammanager Ewald Meyer. Die Spenger selbst, die auf drei verletzte Spieler verzichten mussten, sprachen anschließend von einem Rumpelsieg. Und davon, dass sie keine Glanzleistung gezeigt hätten. Aber es reichte, um sich gegen den OHV durchzusetzen.

Dabei waren die Auricher vielversprechend gestartet. Aus den ersten beiden Angriffen resultierten zwei Tore durch Kreisläufer Jannes Hertlein zum 1:0 und 2:1 für den OHV. Und auch zum 3:2 legten die Auricher vor. Mit einem Heber von Rechtsaußen Ryuga Fujita. So weit, so gut die ersten dreieinhalb Minuten. So ging es aber nicht weiter.

Fast sechs Minuten blieben die Auricher anschließend ohne Tor. Nicht, weil sie keine Chancen hatten. Sie nutzten aber selbst beste Möglichkeiten nicht. Und das sollte sich wie ein roter Faden durch das Spiel ziehen. Für die Spenger wurde ihr Torwart Bastian Rutschmann zum Spieler des Spiels.

Zwischen der 12. und 22. Spielminute gelang den Aurichern sogar zehn Minuten kein Treffer aus dem Spiel heraus. Nur ein Siebenmetertor von Josip Crnic. „Am Ende standen auf unserer Seite 15 nicht genutzte Chancen“, sagte Meyer. Hinzu kamen noch zahlreiche technische Fehler. Damit aber nicht genug.

In der 14. Spielminute sah Evgeny Vorontsov die Rote Karte. Er war zum Siebenmeter angetreten, dafür eigens eingewechselt worden. Es war sein erster Ballkontakt in dem Spiel. Vorontsov traf den Spenger Torwart unglücklich am Kopf. Gleichbedeutend mit der Roten Karte.

Und in der 25. Spielminute unterlief den Aurichern ein Wechselfehler, der eine Zeitstrafe gegen Torwart Edgars Kuksa zur Folge hatte. Insgesamt mussten die Auricher in der ersten Halbzeit viermal in Unterzahl spielen, der TuS keinmal.

Und doch war es bis zur 27. Spielminute ein ausgeglichenes Spiel (11:11), da auch der TuS seine Schwierigkeiten hatte.

In die Halbzeit ging der OHV dann aber mit einem Rückstand von drei Toren (11:14). Der Grund: einzig die zum Haare raufende Chancenverwertung.

In die zweite Halbzeit startete der OHV mit der Formation, mit der er auch ins Spiel gegangen war. Die traf jetzt jedoch auf eine deutlich mobilere Spenger Mannschaft.

OHV macht es am Endedoch noch mal spannend

Das Spiel des OHV hingegen war eine Kopie der Leistung aus der ersten Halbzeit. Mit der Folge, dass der Rückstand der Auricher wuchs. Über weite Strecken der zweiten Halbzeit lagen die Auricher mit sechs, sieben Toren zurück.

Im Rückraum setzte OHV-Trainer Pedro Alvarez über lange Phasen auf Rostyvlas Polishchuk auf der linken Rückraumseite sowie auf Balazs Molnar und Jorit Reshöft. Beide sind eigentlich Spielmacher. Reshöft übernahm die Position im rechten Rückraum. Rückraumspieler Kevin Wendlandt kam fast ausschließlich in der Abwehr zum Einsatz.

Auch wenn der Rückstand des OHV deutlich war, der TuS die Oberhand hatte, machten es die Auricher in der Schlussphase noch einmal spannend. Nach zwei Toren in Folge von Polishchuk und einem Treffer von Reshöft, der einen erweiterten Gegenstoß erfolgreich abschloss, nachdem er selbst den Ball bei einer Abwehraktion erobert hatte, verkürzte der OHV den Abstand auf drei Tore (26:29). Sollte da doch noch etwas gehen? Drei Minuten waren noch zu spielen. Als Vincent Hofmann jedoch eineinhalb Minuten vor dem Ende mit seinem insgesamt neunten Tor zum 30:26 traf, hatte er den Deckel auf den Sieg des TuS gemacht. „Die kämpferische Leistung war okay. Wir haben nicht aufgegeben“, sagte Meyer mit Blick auf das Engagement der Auricher, „aber es lief nicht.“

Jetzt hoffen die Auricher, dass sie „nur“ das Spiel verloren haben und nicht auch noch Torwart Edgars Kuksa, der wieder ein starker Rückhalt war. Er verletzte sich etwa zehn Minuten vor Schluss bei einer Aktion an der Schulter und musste ausgewechselt werden.

TuS Spenge – OHV Aurich 31:27 (14:11)

TuS Spenge: Rutschmann, Mühlenstädt; Holzhacker (5 Tore/davon 3 Siebenmeter), Krüger, Sakautzky (1), Holtmann, Hofmann (9), Wolff, Auderheide (5/1), Tesch (1/1), Breuer (6), Gräfe (1), Jungmann (3), Borgmann, Kern.

OHV Aurich: Kuksa, Jungvogel, Ebeling; Reshöft (4), de Buhr, Wendlandt (1), Fujita (3), Vorontsov, Stoehr, Hertlein (4), Polishchuk (8), Molnar (2), Hegyi (2), Crnic (3/2), L. Meinke, Puljic.

Zeitstrafen: TuS 2 Minuten – OHV 8.

Rote Karte: Vorontsov (15. Spielminute).

Siebenmeter: TuS 7/5 verwandelt – OHV 4/2.

Schiedsrichter: Sebastian Ebel/Niklas Krähe (Celle/Hamburg).

Zuschauer: 400.

Torfolge: 2:3 (4. Spielminute), 5:3 (7.), 6:5 (12.), 8:8 (22.), 11:9 (23.), 11:11 (26.), 14:11 (30.); 18:13 (35.), 23:16 (43.), 25:20 (48.), 28:21 (52.), 29:23 (55.), 29:26 (58.), 31:27 (60.).