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Charaktertest für die OHV-Spieler

Trainer Pedro Alvarez hört nach der Saison auf. Welche Reaktion zeigen die Auricher Handballer im Heimspiel gegen Melsungen?

OHV-Trainer Pedro Alvarez will die Saison vernünftig beenden.Foto: Bernd Wolfenberg

Am Dienstagabend hatte OHV-Trainer Pedro Alvarez die Mannschaft über seinen Abgang im Sommer informiert. Dabei blickte er in einige erstaunte Gesichter. Es waren turbulente Tage beim Handball-Drittligisten, Trainer und Spieler müssen sich nun aber bei aller Unruhe schnell wieder auf das Tagesgeschäft konzentrieren. Am Sonntag (17 Uhr) ist die zweite Mannschaft des MT Melsungen in der Sparkassen-Arena zu Gast.

Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, auch der Gegner liegt noch drei Zähler hinter den Aurichern. Bei einem Heimsieg dürfte der OHV mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben. Der scheidende Trainer brennt. „Ich werde bis zum Schluss mein Bestes geben und ich will natürlich immer gewinnen“, sagt Alvarez.

14 Spiele müssen Mannschaft und Trainer noch gemeinsam angehen. Für Alvarez ist es auch eine Frage des Stolzes, er will die „Sache vernünftig zu einem Ende bringen“. Doch werden ihm die Spieler auf dem Parkett folgen? Läuft es gut, könnten die Auricher im besten Fall noch bis auf Platz sechs klettern. Allerdings ist auch ein kompletter Einbruch, verbunden mit einem stressigen Abstiegskampf, durchaus möglich. „Jetzt wird sich zeigen, ob die Spieler Charakter besitzen“, sagt Alvarez.

Melsungen ist kein leichter Gegner. Die erste Mannschaft spielt in der Bundesliga, die zweite Mannschaft in der dritten Liga ist ein Sammelbecken für junge, talentierte Spieler aus der eigenen Handball-Akademie. In der Hinrunde gelang den Hessen ein spektakulärer Sieg gegen den HV Wilhelmshaven, gegen den OHV Aurich gewann Melsungen mit 25:20. „In dem Spiel waren wir einfach zu passiv“, erinnert sich Alvarez. Das erste Spiel in der Rückrunde verlor der OHV Aurich in Spenge.

Am Konzept will Trainer Alvarez gar nicht so viel ändern. Sein Credo ist immer noch ein attraktiver Handball mit einer offensiven Verteidigung. „Da ist auch immer eine Menge Risiko dabei“, gibt der OHV-Trainer zu.

Alvarez hofft, dass sich die Mannschaft in den letzten Saisonspielen noch steigert. Lange hat die Integration von sechs Neuzugängen mit verschiedenen Nationalitäten gedauert. Alvarez glaubt aber, dass diese jetzt nahezu abgeschlossen sei. Noch nie hatte der OHV Aurich vor einer Saison seinen Kader derart stark verändert. Zusammen mit den alteingesessenen Spielern und dem hungrigen Nachwuchs eine schwierige Mengenlage und ein Grund dafür, warum der OHV in der Hinrunde so heftigen Leistungsschwankungen ausgesetzt war. Die Zielvorgabe mit Platz vier lähmte Trainer und Spieler. „Ich musste schon schlucken, als der Vorstand das Ziel ausgab“, sagt Alvarez mit einem Lächeln.

Doch von jetzt an will Alvarez nach vorne blicken und den bestmöglichen Abschied hinlegen. Doch was bleibt von dem temperamentvollen Portugiesen? Mit seiner Verpflichtung wurde beim Ostfriesischen Handballverein wieder mehr Wert auf die Jugendarbeit gelegt. Alvarez kümmerte sich nicht nur um die erste Mannschaft, sondern arbeitete auch mit jungen Spielern aus der zweiten Mannschaft und formte einen Perspektivkader mit vielen Talenten.

„Das muss auch der Weg für den OHV Aurich in der Zukunft sein“, sagt Alvarez. Im Sommer wird er mit vielen schönen Erinnerungen gehen, sagt er. „Einige bleiben in meinem Herzen, ich werde dem Verein weiterhin die Daumen drücken“, sagt der scheidende OHV-Trainer.