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OHV-Spieler geben passende Antwort

Nach schwierigen Tagen stellen die Auricher Handballer Trainer Pedro Alvarez zufrieden und schlagen Melsungen mit 27:24

Kevin Wendlandt traf in der zweiten Halbzeit mehrfach aus dem Rückraum. Sein Mitspieler Jannes Hertlein geht in Deckung.Foto: Wilfried Gronewold

Die OHV-Spieler tanzten nach der Schlusssirene ausgelassen über das Parkett der Arena und feierten den wichtigen 27:24-Heimerfolg gegen die zweite Mannschaft der MT Melsungen. Der scheidende Trainer Pedro Alvarez musste erst einmal durchschnaufen. Mitte der Woche hatte der Verein vermeldet, nicht mit dem 50-jährigen Trainer zu verlängern. Daraufhin hatte Alvarez das Heimspiel zum Charaktertest für seine Spieler erklärt. Nach der deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit war für Alvarez klar: „Das war heute der OHV. Die Spieler haben mit einer sehr guten Leistung professionell reagiert.“

Ein Spieler brannte besonders und wurde nach der Partie verdientermaßen zum Spieler des Spiels gewählt. Torhüter Marten Jungvogel brachte die gegnerischen Spieler mit unzähligen Reflexen zur Verzweiflung. Zwei Doppelparaden nach Siebenmetern zu Beginn der zweiten Halbzeit ebneten den Weg zur erfolgreichen Aufholjagd des OHV. Jungvogel gab sich anschließend bescheiden. „Wir haben hinten super gestanden. Das hat es mir auch leicht gemacht“, sagte der OHV-Torhüter anschließend. Jungvogel war nur in das OHV-Tor gerückt, weil Stammtorhüter Edgars Kuksa verletzt fehlte.

Vor der Jubelarie zeigte der OHV aber, wie so oft in dieser Saison, zwei Gesichter. Die erste Hälfte war geprägt von vielen Abspielfehlern und Fehlversuchen in der Offensive. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die OHV-Spieler insgesamt fünfmal den Pfosten trafen.

Die Gäste, die ohne fünf Stammkräfte nach Aurich gereist waren, versuchten ihr Glück mit einer offensiveren Deckung – zunächst mit Erfolg. „Wir haben das sehr gut gemacht in der ersten Halbzeit, danach haben wir zu viele Tore aus dem Rückraum kassiert“, sagte Gästetrainer Arjan Haenen auf der anschließenden Pressekonferenz.

Mit einem Zwei-Tore-Rückstand aus Sicht des OHV ging es für beide Mannschaften in die Halbzeitpause. Dort nahm Pedro Alvarez entscheidende Korrekturen vor. Kevin Wendlandt und Jorit Reshöft waren nun im Rückraum gesetzt und erhielten wesentlich mehr Spielanteile, über Außen wirbelten nun Wilke de Buhr und Josip Crnic. Tor um Tor holte der OHV Aurich nun auf, bei den personell gebeutelten Gäste schwanden die Kräfte. Bis zum zwischenzeitlichen 15:15-Ausgleich blieben die Gäste fast sieben Minuten ohne eigenes Tor.

Zehn Minuten vor dem Ende lagen die Auricher Handballer dann zum ersten Mal mit drei Toren vorne. Jannes Hertlein machte mit dem 27:23 zwei Minuten vor dem Ende endgültig den Deckel drauf, der Rest war Jubel und auch ein Stückchen Erleichterung. Eine Niederlage im Heimspiel, und der Vorsprung auf die Abstiegsplätze hätte nur noch vier Punkte betragen.

Nun kann der OHV beruhigt in die kommenden Spiele gehen. In der Tabelle könnten sie bis zum Saisonende wohl noch maximal auf Platz sechs klettern.

Trainer Alvarez kündigte an, bis zum Schluss für den OHV Gas zu geben. „Die Spieler haben eine gute Antwort gegeben“, sagte Alvarez und es schwang auch eine Portion Stolz mit.

OHS-Geschäftsführer Jörg Schmeding beobachtete die Szenerie aus dem Hintergrund. „Das freut mich unheimlich für Pedro“, sagte Schmeding. Im Sommer wird für Alvarez Schluss in Aurich sein, Zeit genug für die Verantwortlichen einen neuen Trainer zu finden.