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Nervenkitzel bis zum Schlusspfiff

Handballer des OHV II liegen im Kellerduell scheinbar aussichtslos zurück und punkten am Ende doch noch

Das Heimspiel gegen die HSG Delmenhorst (mit Ball Jonas Speckmann) hatten die Auricher knapp verloren. Im Rückspiel schafften sie ein Unentschieden. Jonas Speckmann war da fünffacher Torschütze.Foto: Bernd Wolfenberg

DELMENHORST Auf die Karte „Alles oder Nichts“ haben die Oberliga-Handballer des OHV Aurich II am Sonnabend im Kellerduell bei der HSG Delmenhorst gesetzt. Ihnen blieb auch gar nichts anderes übrig. Diese Karte war aber ihr Trumpf. So nahmen sie beim 33:33 wenigstens noch einen Punkt mit. Dabei hatten sie zehn Minuten vor Schluss scheinbar schon aussichtslos zurückgelegen.

Die Auricher als Tabellenvorletzter beim Schlusslicht: Es war am drittletzten Spieltag zwar nicht das entscheidende Spiel um den Verbleib in der Oberliga, aber bei nur einem Punkt, den die beiden Mannschaft trennt, ein ganz wichtiges.

„Unsere Abwehr ist eigentlich gut ins Spiel gekommen“, sagte OHV-II-Trainer Sören Rossow. Er hatte sie offensiv eingestellt, änderte die Taktik im Laufe des Spiels aber auf defensiv.

Bis zur Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Auricher, ausgenommen beim 3:2 in der siebten und beim 10:9 in der 25. Spielminute, aber nie führten. Zur Pause lagen sie mit zwei Toren zurück (12:14). „Die erste Halbzeit war in Ordnung“, sagte Rossow. Mit 14 kassierten Toren konnte er gut leben, weniger mit den erzielten Toren. „Im Angriff haben wir nur schwer Lösungen gefunden“, so der Auricher Trainer. Hinzu kamen nicht genutzte klare Torchancen, darunter insgesamt vier Siebenmeter.

Geänderte Taktik

schmeckt Gegner nicht

Die nicht genutzten Chancen rissen die Auricher in der zweiten Halbzeit rein. Genau hatte sie Rossow nicht gezählt. Aber sechs bis zehn Freie mögen es geschätzt gewesen sein. Mit der Folge, dass seine Mannschaft in der 50. Spielminute mit sieben Toren zurücklag (21:28). „Wir mussten da etwas ändern“, sagte Rossow. Angesagt war ab jetzt offene Manndeckung.

Und damit hatten die Auricher den Nerv der Delmenhorster getroffen. Sie kamen Tor um Tor näher. 90 Sekunden vor Schluss gelang Simon Stöhr erstmals der Ausgleich. Der ehemalige OHV-Spieler Jannik Dallügge legte für die HSG zwar 13 Sekunden später wieder vor. Zum 33:32. 45 Sekunden vor dem Ende glich Jorit Reshöft zum 33:33 für den OHV erneut aus. Es sollte dabei bleiben.

Bis dahin aber hatten die Auricher noch nervenaufreibende Sekunden zu überstehen. Denn in der 60. Minute entschieden die Schiedsrichter auf Siebenmeter für die HSG. Den aber konnte Bastian Schäfer nicht verwandeln. Es war bereits der zweite Siebenmeter, den die Delmenhorster in diesen letzten zehn Minuten nicht genutzt hatten. Den aus der 55. Spielminute hatte Karsten Dalhoff, der in der Schlussphase im Tor des OHV II stand, gegen Björn Janßen abgewehrt. Gegen den sonst so sicheren Siebenmeterschützen der Delmenhorster.

Das 33:33-Unentschieden verbuchten die Auricher am Ende ganz klar als Punktgewinn. „Wichtig war, dass wir nicht verloren haben“, sagte OHV-Trainer Sören Rossow. Denn so kann seine Mannschaft den Verbleib in der Liga aus eigener Kraft schaffen.

OHV Aurich II: Müller, Ebeling, Dahlhoff; J. Reshöft (8 Tore), Lübben, L. Meinke (2), Dannehl (2), H. Stöhr (5), Speckmann (5), M. Reshöft, S. Stöhr (6), S. Meinke (4/davon 2 Siebenmeter), Eilers (1).