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Vereinsnachrichten

Aus Rivalen werden Freunde

Jugendmannschaften des OHV Aurich und TuRa Marienhafe gehen Kooperation ein. Das ist geplant für die Zukunft

Die künftige B-Jugend-Mannschaft wird von Kevin Wendlandt und Elmar Harms trainiert.Foto: privat

Jugendleiter Guido Dähn muss schon ein wenig schmunzeln. OHV-Spieler gemeinsam mit Handballern von TuRa Marienhafe in einer Mannschaft – das war vor einigen Jahren noch unvorstellbar. „Es gab früher eine große Rivalität, so ungefähr wie bei Werder und dem HSV“, erzählt Dähn. Die Zusammenarbeit auf der Platte ist im Jugendbereich nun Realität geworden, in der C- und B-Jugend gehen beide Vereine nun eine Kooperation ein. „Das ist schon ein Meilenstein“, sagt Dähn.

Auch im Brookmerland hätten vor allem die älteren Vereinsmitglieder zunächst die Nase gerümpft. „Die Frage kam, warum wir so etwas machen können“, erzählt Tido Poppinga, Sportlicher Leiter bei TuRa Marienhafe. Doch der Zusammenschluss ist für beide Vereine alternativlos, wie beim Pressetermin im Schulungsraum der Auricher Jugendherberge deutlich wird. Der Grund: Seit einer Umstrukturierung des Handballverbandes Niedersachsen-Bremen (HVNB) gibt es ab der kommenden Saison 2024/25 weniger Regionen. „Wir sind gezwungen eine Kooperation einzugehen. Schon im vergangenen Jahr haben bei uns TuRa-Spieler mit einem Zweitspielrecht mitgespielt. Nur so sind die höchsten Ligen für uns möglich“, macht Dähn deutlich. Neu beim HVNB ist die eingleisige Regionalliga in der A- und B-Jugend in einer Staffel mit 14 Mannschaften. Darunter gibt es die Oberliga in drei Staffeln mit jeweils zehn Mannschaften und eine Landesliga mit zehn Teams. Beide Vereine hätten durchaus jeweils eigene Mannschaften stellen können, doch das Leistungsgefälle wäre nach Angaben von Dähn zu groß gewesen.

So soll die Zusammenarbeit laufen: Bei den B- und C-Jugendlichen wird der OHV und TuRa Marienhafe mit jeweils zwei Mannschaften am Ligabetrieb teilnehmen. Eine Mannschaft wird mit dem Leistungsgedanken spielen, die andere darf befreit aufspielen. Die Basis zu erhalten, ist für alle Beteiligten wichtig. „Wir wollen Handball für jeden anbieten. Die Breite ist wichtig für unseren Sport“, sagt der Marienhafener Poppinga. In Marienhafe lebt der Verein von diesem Ansatz. „Von außerhalb kommen kaum Spieler nach Marienhafe“, sagt Poppinga.

Auch auf der Trainerbank wird die Partnerschaft gelebt. Die erste B-Jugend werden OHV-Spieler Kevin Wendlandt und TuRa-Trainer Elmar Harms übernehmen, die zweite Mannschaft wird künftig von Oliver Arends und Daniel Schreiner trainiert. Die Nachwuchshandballer verstehen sich gut, berichtet Dähn. „Die Jungs kennen eben die frühere Rivalität nicht.“

Eine Kooperation für die A-Jugendlichen ist bis jetzt noch nicht angedacht. TuRa Marienhafe stellt gar keine A-Jugend. „In der D-Jugend geht es auch nicht. Sonst hätten wir gar keine Gegner mehr“, sagt Poppinga.

Für alle Beteiligten ist die neue Kooperation ein guter Kompromiss. Für den neuen OHS-Geschäftsführer Thomas Grotjan ist diese Herangehensweise selbstverständlich. „Wir sind ja der Ostfriesische Handballverein. Die Kooperation ist ein toller Beginn und ich werde dafür einstehen. dass wir das auch ausbauen“, sagte Grotjan.