Und überhaupt… von Willy Oevermann
Als sein damaliger Teamkollege Alexander die dünnen Oberarme des noch sehr jungen Pascal beim Training mit schweren Gewichten als „Pommes-Ärmchen“ bezeichnete, hatte der spätere Nationalspieler Pascal Hens seinen Spitznamen weg: „Pommes“. Spitz- oder Kosenamen sind bekanntlich nicht nur unter den Handballern sehr beliebt und verbreitet; manch einer bringt ihn von Zuhause mit, andere bekommen ihn von Freunden oder Mitspielern „verpasst“. In den meisten Fällen sind die Necknamen freundlich, scherzhaft und liebevoll; für Menschen, die man mag.
Die Entstehung ist häufig auf einen witzigen Spruch zurückzuführen oder auf Eigenarten bzw. Besonderheiten. Warum kompliziert, wenn es auch einfacher geht und so wird aus Stefan Kretzschmar „Kretsche“. Beim Namen des 101fachen deutschen Nationalspielers Sven-Sören Christophersen entstehen schnell schwedische Gedanken und so landete irgendeiner beim Smørrebrød und gleich hatte SSC seinen Spitzamen weg: „Smöre“.
Der Einfallsreichtum der OHV Handballer ist auch nicht ohne. Wobei der „Max“ bei Maximilian Bähnke lediglich die übliche Verkürzung ist, und „Brauni“ von Christopher Braun sich gradewegs anbietet, hat man sich bei Marten Jungvogel mit „Birdie“ einen Ausflug ins Englische gegönnt. Der Einfachheit halber und uns zuliebe bietet Strahinja Vucetic sein „Straja“ an. Pal Merkovszki hört nicht nur auf „Pali“ sondern noch viel lieber auf „Palicka“, denn der schwedische Torhüter Andreas Palicka ist sein Vorbild. Der wurde zigfacher Meister beim THW, bei den Rhein-Neckar-Löwen, bei Paris Saint Germain, mit der Nationalmannschaft und trägt – wen wundert’s – ebenfalls die Rückennummer 12.
Aktuell wird Vincent Kreiselmaier von seinen Kameraden „Matteo Menges“ gerufen. Die wollen erkannt haben, dass „Vini“ sehr viel Ähnlichkeit mit dem Handballer des HSC 2000 Coburg hat, dem auf TikTok mehr als 600.000 Fans und 150.000 auf Instagram folgen. „Vini“ ist vom Vergleich jedoch wenig begeistert, was aber seine Mannschaftskameraden wenig tangiert. Dem Vornamen einen Selbstlaut anzuhängen, macht aus Axel Rämhed einen „Axeelo“ und aus Robin Leunissen einen „Robinho“. Warum Hannes Jansen hingegen „Feuer“ genannt wird, könnte ich leicht erklären.
Es ist bekannt, dass die Handballer super gerne in der Sporthalle Fußball spielen, einige sogar sehr gut und andere nicht ganz so. Dementsprechend darf sich Nerdin Vunic „Balkan Messi“ rufen lassen und Rene Mihaljevic ist der „Temu Modic“. Weniger Kicker-Talent wird Alon Oberman nachgesagt und so rufen ihn seine lieben Kameraden mit feiner Ironie „Alonso“.
Die schönste Anekdote aber lieferte mir Jannes Hertlein: Der Abiturientenjahrgang 2011 hatte unter dem Motto „das Beste von der Nordseeküste“ eine knallrote, witzige Krebsfigur als Maskottchen auf ihre Shirts drucken lassen. Darüber prangte, aus Krebs und Abitur abgeleitet: KRABI 2011. „Den Abi Pullover hatte ich damals einmal zu viel beim Handball an. Seitdem bin ich Krabbi!“
Und siehe da: „So was kommt von sowas!“
