Vorstand und Geschäftsführung arbeiten an sportlicher Perspektive für die kommende Saison
Nach dem in der vergangenen Woche gestellten Insolvenzantrag der Ostfriesland Handball Sportmarketing GmbH (OHS) bezieht der Vorstand des OHV Aurich e.V. öffentlich Stellung. Vorstand, Geschäftsführung und Teile des Sponsorenkreises arbeiten mit Hochdruck daran, dem Drittliga-Handball am Standort Aurich eine sportliche Perspektive für die kommende Spielzeit zu erarbeiten.
„Der OHV Aurich ist mehr als eine Mannschaft in der 3. Liga. Er ist seit 27 Jahren ein Stück ostfriesische Identität, mit einer starken Jugendarbeit, einem engagierten Vereinsleben und einem Sponsorenkreis, der diesen Verein durch viele Phasen getragen hat“, sagt Insa Schubert, Vorsitzende des OHV Aurich e.V. „Die aktuelle Lage trifft uns hart. Aber sie definiert uns nicht. Wir nehmen die Verantwortung an, aus dieser Situation einen geordneten Weg in die Zukunft zu gestalten.“
Schubert betont dabei die klare Trennung zwischen dem gemeinnützigen Verein und der wirtschaftlichen Trägergesellschaft: „Der OHV Aurich e.V. ist von dem Insolvenzverfahren rechtlich nicht betroffen. Unsere zweite Herrenmannschaft, alle Jugendmannschaften, das Vereinsleben, all das läuft uneingeschränkt weiter. Genau das ist das Fundament, auf dem wir auch die Zukunft des Drittliga-Handballs in Aurich aufbauen wollen.“
Im Mittelpunkt der derzeitigen Arbeit stehen die sportlichen Voraussetzungen für eine kommende Saison. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen, dass am Standort Aurich auch in der Saison 2026/27 hochklassiger Handball gespielt wird. Daran arbeiten wir mit aller Kraft, mit klarem Kopf und Realismus. Auch wenn alle Entscheidungen nun nicht mehr allein bei uns liegen“, so Schubert weiter.
Geschäftsführer Andreas Meinke, der die Leitung der OHS GmbH zum 1. April übernommen hatte, ordnet die Arbeit der kommenden Wochen ein: „Mein Anspruch ist und bleibt, dem Drittliga-Handball in Aurich eine sportliche Heimat zu sichern.“
Meinke verweist dabei ausdrücklich auf den Rückhalt aus dem Sponsorenkreis: „Ich erlebe in diesen Tagen viele Partner, die signalisieren, einen sportlichen Neuanfang konstruktiv begleiten zu wollen. Das ist alles andere als selbstverständlich – und es ist der wichtigste Grund, warum eine Perspektive für die kommende Saison realistisch erscheint.“
Vorstand und Geschäftsführung richten in dieser Phase auch einen persönlichen Gedanken an die Mannschaft, das Trainerteam und an Andreas Meinke selbst. „Wir wünschen unseren Spielern, dem Trainerteam und auch Andreas Meinke ausdrücklich, dass sie in den kommenden Wochen die nötige Ruhe finden, um sich zu sortieren – menschlich, sportlich und beruflich“, sagt Insa Schubert. „Die vergangenen Wochen waren für alle Beteiligten außergewöhnlich belastend.“
Gleichzeitig macht Schubert unmissverständlich klar: „Ehrlichkeit gehört in dieser Lage dazu. Eine sportliche Zukunft am Standort Aurich wird nur auf einem deutlich angepassten wirtschaftlichen Niveau möglich sein. Das heißt konkret: Es wird nicht möglich sein, alle Spieler des aktuellen Kaders auch in eine kommende Mannschaft zu übernehmen. Wir verstehen, dass einzelne Spieler bereits jetzt nach Optionen außerhalb von Aurich suchen – und wir tragen diesen Schritt mit Respekt und ohne Groll mit. Jeder einzelne von ihnen hat in dieser Saison alles für den OHV gegeben.“
Der Vorstand bittet um Verständnis dafür, dass zum jetzigen Zeitpunkt weder zu personellen Fragen, etwa zum Kader der 1. Herrenmannschaft, zum Trainerteam oder zu einzelnen Spielern, noch zu finanziellen Details des laufenden Verfahrens Aussagen getroffen werden können. Entscheidungen hierzu erfolgen in den kommenden Wochen in enger Abstimmung mit dem vom Gericht bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter. Sobald belastbare Aussagen möglich sind, wird die Öffentlichkeit informiert.
„Wir bitten unsere Mitglieder, Sponsoren, Fans und Partner um Geduld und um Vertrauen in den eingeschlagenen Weg“, schließt Schubert. „Der Handball in Aurich hat schon schwierigere Phasen überstanden. Wir arbeiten daran, dass er auch über die kommende Saison hinaus eine Heimat in Ostfriesland hat.“
Vielen Dank für euer Vertrauen und eure Unterstützung.
